Videoüberwachung produziert Bilder, in Hollywood-Filmen wie »Der Staatsfeind Nr. 1« oder »Die Truman Show« werden die Kameras aber auch selbst zum Bild; den Police-Song »Every Breath You Take« kann man als Hymne der Sicherheitsfetischisten interpretieren und Michel Foucaults »panoptische Gesellschaft« muß angesichts technologischer Fortschritte neu gedacht werden. Diese kulturwissenschaftliche Studie über Videoüberwachung und ihre medialen Repräsentationen führt von 1667, als der »Sonnenkönig« Louis XIV. die Straßenbeleuchtung zentralisieren ließ, bis in die Gegenwart, in der gesichtserkennende Systeme Täter aus der Menge fischen sollen, Bürgerrechtler zur Überwachung der Überwacher aufrufen und Passanten vor echten Videokameras falsches Theater spielen.
edition suhrkamp 2550
382 Seiten, Broschur
Euro 13,00 [D] / Euro 13,40 [A] / sFr 23.40
(ISBN 978-3-518-12550-2)
Zur Verlagsinfo.
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Im Weblog Surveillance Studies, auf dem ich selbst gelegentlich poste, ist eine ausführliche Rezension erschienen, die auf Defizite und Stärken meines Buches eingeht:
Die lose und unsystematische Aufzählung vieler Beispiele an dieser Stelle, die nach beliebig erscheinenden Methoden mal mehr, mal weniger ausführlich interpretiert werden, lässt aber viele Fragen offen [...] ein eigentliches Fazit für das Buch fehlt [...] Trotz dieser Mängel ist das Buch ein höchst lesenswerter Beitrag, der eine ungewohnte Perspektive auf Videoüberwachung einnimmt, indem er auf die kulturellen Eigendynamiken der „Bilder der Überwachung“ und ihre immense Bedeutung für die Überwachung selbst hinweist.
Für die Kritik, die ich in manchen, aber nicht in allen Punkten verstehen kann, und für das Lob an dieser Stelle besten Dank.
Dazu nur so viel: Es ging mir nie darum, mich ausschließlich mit den (popkulturellen) Repräsentationen von CCTV zu beschäftigen. Das wäre eine Motivgeschichte geworden. Der Ansatz liegt gerade darin, dem engen Zusammenhang zwischen beiden Aspekten, den Praktiken und den Techniken der Videoüberwachung einerseits, ihren Bildwerdungen (und Mythen) andererseits nachzuspüren. Eine exklusiv bildmotivische Behandlung wäre meines Erachtens zu kurz gegriffen und würde die mal deutlichen, mal latenten Verbindungen zwischen der Videoüberwachung als Praxis und als Bild unterschlagen.
Der Autor Peter Ullrich hat übrigens jüngst als Co-Herausgeber eine eigene Veröffentlichung zum Themenkreis vorgelegt: Kontrollverluste. Interventionen gegen Überwachung. Die Verlagsinfo zum Buch hier.
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Die INTRO druckt in ihrer Februar-Ausgabe eine ausführliche Rezension des Buches:
„Bilder der Überwachung“ kann als Anleitung zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema Videoüberwachung und als Aufforderung zum Handeln gelesen werden.
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Das Literaturmagazin „Die Buchkritik“ auf SWR2 hat eine Besprechung des Buches gebracht, mit ein paar O-Tönen vor mir. Zum Herunterladen und Nachhören als Podcast hier, das Manuskript findet man hier.
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